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Der Limes ist UNESCO-Weltkulturerbe Zeichnung von Michael Apitz, AK-Verlag
Der Limes im Untertaunus
Mitten durch den Untertaunus verläuft das größte archäologische Bodendenkmal Europas – der Limes. Der Grenzwall des römischen Imperiums, im ersten nachchristlichen Jahrhundert errichtet, erstreckte sich ca. 550 km lang durch Deutschland, davon 180 km durch das heutige Bundesland Hessen. In seiner rund 175 Jahre währenden Nutzung als Grenzbefestigung erlebte der Limes verschiedene Ausbauphasen, bis er dann ca. 260/270 n.Chr. aufgegeben werden mußte.

Auf seinen rund 180 „hessischen“ Kilometern durchquert der Limes auch den Untertaunus, wo er hinter Holzhausen a.d.Heide auf Heidenroder Gebiet erstmals hessischen Boden erreicht. Das ehemals auf Kemeler Boden befindliche Kastell ist heute vom gleichnamigen Ort überbaut. Auf dem Gebiet der Gemeinde Hohenstein wurden erst im Oktober 2003 durch modernste Bodenuntersuchungen zwei ehemalige Wachtürme bei Steckenroth und nahe des Hofguts Georgenthal geortet. Größere erhaltene Limesabschnitte finden sich dann erst wieder auf Taunussteiner Boden. Das Kastell Zugmantel bei Orlen bietet mit seiner Turmrekonstruktion und seinen Rundschanzen (vermutliche Nutzung als Amphitheater) ein anschauliches Bild des ehemaligen Zustandes. Ein weiterer rekonstruierter Römerturm befindet sich in Idstein-Dasbach. Ebenfalls auf Idsteiner Boden lag das Kastell Alteburg in Heftrich, von welchem heute auf der Oberfläche nichts mehr zu erkennen ist. Mit den drei Kastellen in Kemel, Orlen und Heftrich liegen immerhin drei von insgesamt 61 größeren Kastellplätzen des Limes im Untertaunus.

Die Stadt Taunusstein und die Gemeinde Heidenrod sind Mitglied des Vereins „Deutsche Limesstraße e.V.“. Auch Bad Schwalbach, welches mit dem Justinus-Felsen bei Adolfseck über eine eigene Sehenswürdigkeit verfügt, ist hier Mitglied.

Die Erforschung des Limes erlebte mit der Reichslimeskommission zwischen 1892 und 1937 ihren Höhepunkt. Sie faßte in einer bewundernswürdigen 56-bändigen Veröffentlichung ihre Ergebnisse zusammen. Seit dem Jahr 2003 existiert in Gestalt der Deutschen Limeskommission eine Nachfolgeorganisation. Ihre Geschäftsstelle befindet sich in einem weiteren hessischen Limeskastell, der Saalburg.

Der Limes wurde Anfang Juli von der UNESCO in die Liste der Weltkulturebe aufgenommen.
 
 
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